Aktuelle Informationen zu Verbreitung und Häufigkeit sind der Website des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zu entnehmen.
Erreger
Mpox werden durch das sogenannte Monkeypox-Virus («Mpox-Virus», kurz MPXV) ausgelöst, ein Virus aus der Gattung der Orthopox-Viren, zu der auch das Pockenvirus gehört. Es handelt sich um eine Zoonose, d. h. um eine Krankheit, die in der Regel von Tieren auf den Menschen übertragen wird. Eine Übertragung vom Menschen auf Tiere ist möglich, dies wurde bisher in der Schweiz jedoch nicht festgestellt. Mpox wurden 1970 zum ersten Mal identifiziert und kommen hauptsächlich in West- und Zentralafrika vor. Als Tierreservoir werden hauptsächlich Nagetiere (verschiedene Hörnchen-Arten, Riesenhamsterratten, Afrikanische Bilche) vermutet.
Es werden zwei Varianten unterschieden, sogenannte Kladen, die wiederum in Subkladen aufgeteilt werden. Klade I ist bisher nur in Afrika vorgekommen, während Klade II (inzwischen genauer als Klade IIb bezeichnet) für die Fälle, die seit 2022 weltweit (inkl. Schweiz) aufgetreten sind, verantwortlich war. Seit der zweiten Hälfte 2023 wird in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) eine Zunahme der Infektionen mit Mpox, insbesondere mit der Klade I, beobachtet. Im Juli 2024 meldeten mehrere Nachbarländer der DRC ebenfalls Infektionen mit Mpox-Klade I (Subklade Ia und Ib). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat daraufhin am 14. August 2024 diese epidemische Mpox-Verbreitung zur «gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite» erklärt. Seit August 2024 wurden Fälle von Subklade Ib auch ausserhalb von Afrika beobachtet.
Symptome
Die Inkubationszeit, d. h. die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen, beträgt in der Regel 3-21 Tage. Folgende Symptome sind häufig:
- Akuter Hautausschlag oder einzelne Bläschen, Pusteln und schliesslich Krusten (teilweise nur auf eine Körperregion begrenzt)
- Symptome in der Genital- und Analregion, zum Beispiel eitriger oder blutiger Stuhl, rektale Schmerzen oder rektale Blutungen, und / oder Entzündungen in der Genital- und Analregion
- Geschwollene Lymphknoten
- Fieber
- Schüttelfrost
- Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen
- Erschöpfung
- Die Atmung betreffende (respiratorische) Symptome, zum Beispiel Halsschmerzen
Die Krankheit verläuft sehr unterschiedlich. Es kann nur ein einzelnes der genannten Symptome auftreten; es kann aber auch zu ausgeprägten Symptomen kommen, welche einen Spitalaufenthalt notwendig machen. Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb weniger Wochen.
Übertragungswege
Gemäss bisherigem Wissensstand braucht es für eine Übertragung von Mensch zu Mensch relativ engen Kontakt. Es kann eine Übertragung durch Tröpfchen erfolgen, wenn sich Personen über längere Zeit im gleichen Raum aufhalten (z. B. Haushaltsmitglieder). Ausserdem kann eine Übertragung durch Körperflüssigkeiten (Atemwegssekrete, Blut), über die Haut und Schleimhaut oder durch den Kontakt mit den Bläschen oder Pusteln der infizierten Person erfolgen. Unklar ist bisher, ob eine Übertragung auch durch Sperma und Vaginalsekret möglich ist. Sicher ist jedoch, dass durch Haut- und Schleimhautkontakt bei sexuellen Aktivitäten eine Übertragung erfolgen kann. Auch eine indirekte Übertragung über kontaminierte Gegenstände (z. B. Bettwäsche, Kleidung) ist möglich.
Wie stark sich die Übertragungswege der verschiedenen Virus-Varianten unterscheiden, ist zurzeit noch nicht bekannt. Auffallend ist, dass Infektionen mit der Subklade Ia in DRC zurzeit hauptsächlich Kinder < 15 Jahren betreffen, während Infektionen mit der Subklade Ib mehrheitlich unter Erwachsenen vorherrschen.
Bei den seit Mai 2022 weltweit aufgetretenen Mpox-Fällen haben sich insbesondere (aber nicht ausschliesslich) Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), sowie trans-Personen mit wechselnden männlichen oder trans-Sexualpartnern angesteckt. Eine Übertragung kann aber prinzipiell auf jede Person erfolgen, unabhängig vom Geschlecht und von ihrer sexuellen Orientierung. Insbesondere bei Infektionen mit Subklade Ib wurden auch Übertragungen innerhalb des Haushalts beobachtet, nicht nur bei sexuellen Aktivitäten.
Der Zeitraum und die Dauer der Infektiosität, d. h. die Zeit, während der eine Person ansteckend ist, sind noch nicht abschliessend geklärt. Wahrscheinlich beginnt die Infektiosität mit dem Auftreten von Symptomen und nimmt nach dem Abheilen der Bläschen und Pusteln stark ab.
Impfung
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) empfehlen die Impfung gegen Mpox für folgende Bevölkerungsgruppen:
- Präventiv für Männer, die Sex mit Männern haben, und trans-Personen, wenn sie wechselnde (männliche oder trans-) Sexualpartner haben
- Präventiv für Personen, die aus beruflichen Gründen gegenüber Mpox-Viren exponiert sind (zum Beispiel medizinisches Personal oder Personal von Speziallaboratorien)
- Als Postexpositionsprophylaxe für Kontaktpersonen von an Mpox erkrankten Personen
- Als Postexpositionsprophylaxe für Gesundheits- und Laborpersonal nach einem relevanten ungeschützten Kontakt mit einem Mpox-Fall oder infektiösem Material
Für alle weiteren Bevölkerungsgruppen wird die Impfung im Moment nicht empfohlen.
Die detaillierten Impfempfehlungen finden Sie hier. Ein Impfstoff ist in der Schweiz zugelassen. Dieser ist jedoch aktuell nicht auf dem freien Markt verfügbar (Stand: Mai 2026). Der durch den Bund beschaffte Impfstoff ist den Zielgruppen gemäss Impfempfehlung vorbehalten.
Die Impfung (gemäss Impfempfehlung) für im Kanton Luzern wohnhafte Personen ist am Luzerner Kantonsspital (LUKS) möglich. Die Terminvereinbarung erfolgt über das Patientenportal MeinLUKS. Weitere Informationen sind auf der Website des LUKS verfügbar.
Massnahmen
Personen, bei denen eine Mpox-Infektion vermutet wird oder bestätigt wurde, sollen die Verhaltensanweisungen der behandelnden Ärztin / des behandelnden Arztes bzw. der Dienststelle Gesundheit und Sport befolgen.
Kontaktpersonen sollen informiert werden und auf Symptome achten. Eine vorsorgliche Quarantäne ist nicht notwendig.