ambulant vor stationär

Der Kanton Luzern will unnötige stationäre Spitalbehandlungen vermeiden. Deshalb sollen geplante Behandlungen und Untersuchungen, welche auf einer Liste publiziert werden, zukünftig ambulant durchgeführt werden.

Die Eingriffe umfassen:

  1. Herzkatheteruntersuchung
  2. Karpaltunneloperation
  3. Operation grauer Star
  4. Mandeloperation
  5. Herzschrittmacher
  6. Krampfaderoperation
  7. Eingriffe an Blutgefässen
  8. Hämorrhoiden
  9. Leistenbruchoperation
  10. Eingriffe am Gebärmutterhals
  11. Kniespiegelung
  12. Eingriffe am Kniemeniskus
  13. Nierensteinzertümmerung

Bemerkungen

1 Keine Einführung per 1. Juli 2017

Diese Liste der ambulant durchzuführenden Untersuchungen und Behandlungen wird jährlich überarbeitet und den neuen Erkenntnissen und dem medizinischen Fortschritt angepasst. Sie finden die detaillierte Liste hier.

Entfernung der Gaumenmandeln wird geprüft

In ihren Rückmeldungen äusserte die Ärzteschaft Bedenken bezüglich dem Eingriff zur Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomien). Aus diesem Grund wird dieser Eingriff nicht per 1.7.2017 eingeführt und einer vertieften Prüfung unterzogen. Die Entfernung der Gaumenmandeln wird heute bereits in einzelnen Kantonen der Westschweiz sehr häufig ambulant vorgenommen. Dies zeigt eine Auswertung des OBSAN. Die Originaldatei der Auswertung finden Sie hier.

Zudem muss bei Spitaleintritten am Vortag einer Untersuchung oder Behandlung für die gesamte Aufenthaltsdauer eine Spitalbedürftigkeit vorliegen, also auch für die Zeit vor dem eigentlichen Eingriff. 

Die DIGE hat den Auftrag, ab dem 1. Juli 2017 alle Rechnungen einer vertieften Prüfung zu unterziehen, bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der aufgeführten Untersuchungen oder Behandlungen erbracht wurde oder bei denen aufgrund eines Eintrittes am Vortag ein höherer Ertrag resultierte.  

Zur Vermeidung von unnötigem administrativem Aufwand und ungedeckter Kosten bietet die DIGE den Spitälern und den behandelnden Ärzten an, für die aufgeführten Untersuchungen oder Behandlungen vorgängig eine individuelle medizinische Beurteilung der stationären Indikation durchzuführen. Dafür soll der etablierte Prozess der Kostengutsprachen analog den ausserkantonalen Hospitalisationen mit dem entsprechenden Formular der GDK verwendet werden. Weitere Informationen zum Kostengutspracheprozess finden Sie hier.

Sollte aufgrund unvorhergesehener Komplikationen bei ambulant geplanten Eingriffen eine stationäre Betreuung notwendig werden, kann auch nachträglich mit entsprechender medizinischer Begründung eine Kostengutsprache bei der DIGE beantragt werden. Die Entscheidung, ob nach einem ambulant geplanten Eingriff eine Entlassung nach Hause möglich ist, trifft also weiterhin der behandelnde Arzt auf Basis nachvollziehbarer medizinischer Kriterien.