ambulant vor stationär

Der Kanton Luzern will unnötige stationäre Spitalbehandlungen vermeiden. Deshalb sollen geplante Behandlungen und Untersuchungen, welche auf einer Liste publiziert werden, zukünftig ambulant durchgeführt werden.

Diese Liste der ambulant durchzuführenden Untersuchungen und Behandlungen wird jährlich überarbeitet und den neuen Erkenntnissen und dem medizinischen Fortschritt angepasst. Sie finden die detaillierten Listen hier:

Liste 2017
Liste 2018

Zudem muss bei Spitaleintritten am Vortag einer Untersuchung oder Behandlung für die gesamte Aufenthaltsdauer eine Spitalbedürftigkeit vorliegen, also auch für die Zeit vor dem eigentlichen Eingriff. 

Die DIGE hat den Auftrag, ab dem 1. Juli 2017 alle Rechnungen einer vertieften Prüfung zu unterziehen, bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der aufgeführten Untersuchungen oder Behandlungen erbracht wurde oder bei denen aufgrund eines Eintrittes am Vortag ein höherer Ertrag resultierte.  

Zur Vermeidung von unnötigem administrativem Aufwand und ungedeckter Kosten bietet die DIGE den Spitälern und den behandelnden Ärzten an, für die aufgeführten Untersuchungen oder Behandlungen vorgängig eine individuelle medizinische Beurteilung der stationären Indikation durchzuführen. Dafür soll der etablierte Prozess der Kostengutsprachen analog den ausserkantonalen Hospitalisationen mit dem entsprechenden Formular der GDK verwendet werden. Weitere Informationen zum Kostengutspracheprozess finden Sie hier.

Sollte aufgrund unvorhergesehener Komplikationen bei ambulant geplanten Eingriffen eine stationäre Betreuung notwendig werden, kann auch nachträglich mit entsprechender medizinischer Begründung eine Kostengutsprache bei der DIGE beantragt werden. Die Entscheidung, ob nach einem ambulant geplanten Eingriff eine Entlassung nach Hause möglich ist, trifft also weiterhin der behandelnde Arzt auf Basis nachvollziehbarer medizinischer Kriterien.

Gemeinsam mit Vertretern der Hirslanden Klinik St. Anna, des Luzerner Kantonsspitals, der Luzerner Ärztegesellschaft und der DIGE wurden Kriterien erarbeitet zur einfacheren Unterscheidung von stationären und ambulanten Fällen. Die Kriterien dienen lediglich der administrativen Vereinfachung und stellen keine medizinische Empfehlung dar. Bei Erfüllung eines der Kriterien verzichtet die DIGE auf eine weitergehende Prüfung der Wirtschaftlichkeit bei stationärer Durchführung, sofern die entsprechende Information der DIGE spätestens zum Zeitpunkt der Rechnungsprüfung vorliegt. Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass eine stationäre Durchführung in jedem Fall die wirtschaftlichste Massnahme ist oder dass eine ambulante Durchführung nicht möglich wäre. Die Kriterien werden laufend überprüft und angepasst.

Bei Unsicherheiten wird empfohlen vor dem Eintritt eine Kostengutsprache bei der DIGE einzuholen. 

Ambulant vor stationär wird zwischenzeitlich in breiten Fachkreisen, mehreren Kantonen und beim Bund diskutiert und umgesetzt. Untenstehend finden Sie eine Linksammlung ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Qualitätsmedizin Schweiz
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Bundesamt für Gesundheit
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Kanton Aargau
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Kanton Schaffhausen
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Kanton Wallis
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Kanton Zug
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Kanton Zürich
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